Vorsicht vor Antibiotika in Lutschpastillen!

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Ihr kennt das doch sicher auch… Draußen herrscht nass-kaltes Wetter und zack fängt man sich den ersten Husten inklusive Kratzen im Hals ein. Und wenn es uns dann noch nicht voll erwischt hat, sondern wir nur ein kleines Kratzen verspüren, gehen wir meist nicht direkt zum Arzt sondern zunächst in die Apotheke. Dort gibt es eine riesen Auswahl von rezeptfreien Präparaten, die Abhilfe versprechen und wohltuend für Hals und Rachen sein sollen. Das sind beispielsweise Produkte, wie „Lemocin“, „Dorithricin“, oder „Locabisol“, die teilweise auch für Kinder zugelassen sind. Problematisch ist nur, dass viele dieser Produkte Antibiotika enthalten, ohne dass man darauf hingewiesen wird. Inhaltsstoffe, wie Antibiotika sind für Kinder in den häufigsten Fällen ungeeignet und gehen einher mit unerwünschten Nebenwirkungen. Zudem bleibt die Heilung oft aus.

Genauer gesagt bedeutet das, dass es sich beim Kratzen im Hals häufig um virale Infekte handelt. Ein Antibiotikum ist hier aber machtlos, wenn es sich nicht um eine bakterielle Infektion handelt. Ohne die Untersuchung beim Arzt kann man die Krankheitsursache also auch nicht zweifelsfrei ausmachen. Handelt es sich wirklich um eine bakterielle Infektion, so kann der Arzt systemisch wirkende Antibiotika verschreiben, deren Einsatz dann auch sinnvoll sein kann.

Der Antibiotikaanteil in einigen freiverkäuflichen Präparaten kann sogar so gefährlich sein, dass sich die Bakterien an die verabreichte Dosis Antibiotika gewöhnen und mit der Zeit zu multiresistenten Erregern werden.

Also horcht immer gut in euch hinein und geht lieber einmal mehr zum Arzt – dieser wird wissen, welche Medizin die beste für euch und eure Kinder ist. Wie seht ihr das und wie verhaltet ihr euch beim ersten Kratzen im Hals?